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 824: Todesbilder 
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Registriert: Mo 5. Dez 2011, 17:35
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Beitrag Re: 824: Todesbilder
Bulle hat geschrieben:

Oder: Besitzt hier eigentlich jemand eine Kamera, die ein gleichermaßen durchdringendes, markerschütterndes Fotografiergeräusch von sich gibt?


Ja, ich (mit einer recht guten digitalen Markenkamera). Es ist gräßlich, und meinen Kater bekomme ich nur mit schreckgeweiteten Augen ob dieses Krachs auf's Bild.

Ich fand's spannend - was daran liegen kann, dass ich jedweden Täter fast immer sehr spät erkenne; "zu plump" ist für mich erst, wenn er/ sie einen Klebezettel mit "Täter!" drauf an der Stirn hat...
Ich hab mich einfach drauf eingelassen, mich unterhalten zu lassen - mit der strengen Option, diesmal umzuschalten, wenn ich mich langweile (das Team ist nicht so meins), aber ich bin dabei geblieben. Der aufgebaute Spannungsbogen in diesem Tatort hat für mich funktioniert (simple Seele, die ich bin ;-)

Mir geht's wie nathan.zuckermann:
"Ich kann fast alle Verrisse und Kritikpunkte nachvollziehen, und trotzdem war ich positiv überrascht."
Klar hab ich auch "Psycho!" gedacht bei der Badeszene - und dabei schmunzeln müssen. Klar hab ich auch gedacht "Ooch, jetzt wird NOCH ne Frau von der Saalfeld getröstet" - aber es hat mich nicht frustriert, usw.

Kein Highlight, aber gute Unterhaltung, fand ich. Und morgen hab ich diesen Tatort vergessen...


Di 17. Jan 2012, 18:51
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Beitrag Re: 824: Todesbilder
marlowe hat geschrieben:
Ich vermute, das geht noch als freie Bearbeitung durch.


Ideen alleine sind nicht urheberrechtlich geschützt, insbesondere wenn sie nur so grob "kopiert" werden, wie bei einem Film. Nur wenn die Grundidee des Filmes sich besonders abhebt, so daß sie wirklich sehr einmalig sich anhört, könnte man eventuell den Urheberschutz bejahen.

Ich kenne den Mankell Roman nicht, aber was ich gerade bei Kurzzusammenfassungen gelesen habe, spricht dann doch eher für keinerlei Urheberrechtsschutz. Dass bestimmte Personen umgebracht werden oder die Art der Tötung ist nicht wirklich so maßgeblich für den ganzen Film. Motive und Umstände sind für meinen Eindruck ja doch deutlich unterschiedlich.

Zur Bewertung:
Grundsätzlich fand ich die Folge in Ordnung. Wie einige ja auch für sich schreiben, fühlte ich mich auch gut unterhalten. Dass der Täter so offensichtlich ist, fand ich nicht unbedingt. Insbesondere die diversen Hinweise auf mögliche andere Täter lässt einen ja dann doch immer wieder zweifeln, wer es wirklich war.
Ansonsten sehe ich die Kritik daran, zu schnell den Täter zu kennen, für ein eher natürliches Problem, wenn man regelmäßig Tatorte oder auch Krimis guckt. Wenn es nicht wirklich absolute Topideen sind, halte ich es schlicht für unmöglich, einen Täter praktisch erst in der letzten Sekunden zu enttarnen. Die letzten Male, in denen ich z.B. wirklich ahnungslos war, war eher Krimiserien, die aber dann deutlich mehr Zeit haben z.B. einen Serienkiller zu enttarnen.
Eine hohe Priorität nimmt für mich bei Tatorten die Unterhaltung ein, nicht umsonst stehen hier ja auch immer wieder die Kommissar-Figuren und die Schauspieler im Vordergrund. Solange nicht absolut grobe handwerkliche Fehler gemacht werden, halte ich viele kleine Fehler für marginal.

Das bisherige tatortjahr fand ich bisher durchaus gelungen. Der letzte Kölner Tatort war für mich ein deutlicher Sprung nach oben, gerade die Kölner Folgen fand ich die letzte Zeit am fadesten. Letzte Woche und diese Woche habe ich beide Folgen ohne Uhrblick geguckt, für mich ein deutlicher Indikator, wenn ich mich langweile.


Do 19. Jan 2012, 02:43
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Beitrag Re: 824: Todesbilder
Guten Morgen Zusammen,

So, besser spät als nie..
Für mich ein sehr emotionaler, über weite Strecken spannender Tatort. Ich ziehe hier vor vielen Leuten meinen Hut, die den Täter so schnell erkannt haben, ich habe genau 60 Minuten gebraucht bis mir klar wurde, wer die Morde verübt hat. Überraschender weise gewöhne ich mich auch immer mehr an Frau Thomalla, die ich beim ersten mal einfach nur furchtbar fand. Nach dem dritten Tatort mit ihr , setzte aber ein "Toleranzgefühl" ein. Auch das Privatleben der Kommissare war diesmal (gefühlt) nicht zu aufdringlich, auch wenn es immer präsent war. Mir gefällt diese Richtung, wie schon beim letzten Tatort.
Fazit: Auch wenn nicht überragend, war dieser Tatort aus Leibzig doch recht solide. Über kleinere Handwerkliche Fehler kann man wirklich hinwegsehen.
In Punkten: 7 von 10

_________________
Mit besonderer Sympathie zu den Tatorten: Bodensee und Münster


Do 19. Jan 2012, 08:41
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Beitrag Re: 824: Todesbilder
Winston_C hat geschrieben:
2. die Speicherkarte aus der Kamera des Fotografen. Diese hat der Fotograf in der ersten Einstellung, in der wir ihn zu Gesicht bekamen, dem Fotoredakteur übergeben (das ist der Moment, als Saalfeld ihn in der Redaktion besucht). Mit anderen Worten: Der Fotograf hat den Redakteur auf den Bildern nicht entdeckt, der Redakteur sich selbst hingegen schon, und deshalb hat er die Bilder gelöscht.


Das hatte ich völlig verdrängt. Irgendetwas hat der Fotograf auch gesagt; ich weiß aber nicht mehr was. Jedenfalls ist es durchaus möglich, daß er den Layouter erkannt hat, aber nichts sagen wollte. Daß der überhaupt zu der Zeit am Tatort erscheinen konnte, wird wohl – das ist mir inzwischen klar geworden – am späteren Arbeitsbeginn gelegen haben. Das Material für die Seitengestaltung muß ja zuerst da sein. An der Stelle hat der Film also keinen Schwachpunkt.


Do 19. Jan 2012, 23:02
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Beitrag Re: 824: Todesbilder
Winston_C hat geschrieben:
marlowe hat geschrieben:
Und fandet Ihr seinen vermurksten Showdown ernsthaft gut gespielt? ich mußte fast lachen. Der Mann hat Hitler gespielt, und hier muss er einen dermaßen bewegungsarmen Charakter bringen, das kann doch keinen Spaß machen.

Stimmt, die Szene war überzogen, v.a. weil nur Wuttkes rechte Hand zitterte, die linke jedoch nicht.


Ich habe das als Absicht aufgefaßt, sozusagen als Spiel im Spiel: Wuttke spielt Keppler, der zeigt, was er beim Deeskalationstraining gelernt hat. Er zeigt ein Angstsymptom, ist aber doch Herr der Lage. Ich halte den Showdown nicht für vermurkst, sondern aus dramturgischen Gründen für fraglich. Die Spannung ist zu offensichtlich konstruiert. Nur sehr unerfahrene Krimizuschauer können etwas anderes erwartet haben, als daß der Layouter das Messer sinken läßt. Es war kein alternativer Ausgang ernsthaft denkbar.


Sa 21. Jan 2012, 12:39
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Beitrag Re: 824: Todesbilder
So, ich habe den Film jetzt erst gesehen - und bin entsetzt. Für mich war das einer der furchtbarsten TATORTe, die ich je sah.
Man könnte fast meinen, mit derselben Liebe zum Detail, wie manche sich Mühe geben, alles gut zu machen, wurde hier alles liderlich, lieblos und schlecht behandelt.

Da ist zunächst natürlich der haarsträubende Plot. Warum reden wir über Plausibilität von Wien bis Münster, wenn wir uns dann so etwas anschauen? Dagegen ist doch selbst Boerne eine 100 % im realen Leben verankerte Figur. Jemand ist also depressiv, weil seine Familie zu Tode kam, und reagiert darauf, in dem er gezielt glückliche Menschen umbringt? Also bitte! Ganz abgesehen davon, dass zu keinem Moment auch nur der Versuch unternommen wurde, den Wahn des Täters irgendwie zumindest erzählerisch glaubhaft zu machen (warum denn diese alberne Knippserei? Das müsste wohl neu im medizinischen Handbuch der psychischien Störungen aufgeführt werden.) Weil es ja außerdem auch noch ein Whodunnit sein sollte, war aber für eine Charakterzeichnung des Psychopathen kein Raum, sonst hätte man ihn ja verraten müssen. Dasselbe Problem wie unlängst am Bodensee im "schwarzen Haus". Hier aber noch mal ärgerlicher, weil zudem der Täter beim ersten Auftritt wirklich glasklar war. Es gab nicht den Hauch eines filmerischen Grundes, den Layouter so ausführlich zu porträtieren und ihm dann noch vom Chef gleich das Depressionsmäntelchen umgehängt bekommen zu lassen. Da braucht man schon ein sehr krimiunerfahrenes oder unaufmerksames Publikum, um ihn dann noch als Überraschung auftreten lassen zu können. Dann lieber gleich offen erzählen, dann könnte man zumindest durch sorgsamere Figurenzeichnung das Quatschmotiv versuchen, glaubhaft zu machen. Spätestens ab da aber wurde es für mich quälend, weil ja alle nachfolgenden Aktionen eben darauf aufbauten, dass der Zuschauer glauben sollte, der Kriegsfotograf sei der Täter.

Aber befreien wir uns davon, dass also der Plot kompletter Unfug und der Aufbau durch die Kombination aus gewolltem Whodunnit und früher unübersehbarer Täterpräsentation vollständig misslungen ist. Dann bleiben immer noch Dutzende von Details, die mich schlicht fertigmachen.

- der absurde Showdown wurde schon erwähnt; die zeitliche Abfolge ist so lächerlich, dass bei mir vor lauter Kopfschütteln darüber erst gar kein Interesse mehr aufkommen konnte. Nimmt man's näherungsweise ernst, lag Frau Saalfeld stundenlang in der Wanne herum (um dann irgendwann zwar nicht das Telefon, aber das Knacken einer Fußbodendiele einen Raum weiter zu hören).

- die Beklopptheit des Motivs wurde noch dadurch unterstrichen, dass "Glücklichsein" hier irgendwie zu einer Art unveränderlichem Kennzeichen wurde. So wie sonst halt ein Mann mit Hinkebein oder Sprachfehler. Und damit das auch klar ist, musste es eben auch genau so behandelt werden. Die Überschrift in der Zeitung "Glückliche Familie bei Autounfall ausgelöscht". Im Gegensatz zu den normalerweise unglücklichen Menschen, die im Straßenverkehr umkommen. Große Güte. (Ganz abgesehen davon, dass eben nicht die ganze Familie ausgelöscht wurde, die Schlagzeile also gleich doppelt niemals so erscheinen würde.) Dann die ins vollständig Lächerliche reichende Szene, als Keppler plötzlich auffällt, dass die Mutter ja irgendwas von "sie war so glücklich" gesagt hat und zwecks dessen noch mal ins Büro fahren muss, eben so, wie sonst jemand sagt "ja, doch, der war Linkshänder". Die Braut war am Tag ihrer Hochzeit also glücklich. Gut, dass Keppler sich dunkel an Mutterns Aussage erinnert hat, sonst wäre natürlich nie jemand drauf gekommen. Außer dem Täter eben. Da bekommt das Wort "Täterwissen" eine ganz neue Dimension. Etwas vermisst habe ich, dass die Opfer nicht irgendwo ein kleines Schild umhängen hatten, auf dem das Wort "glücklich" stand. Sicher nur untergegangen beim Dreh.

- Natürlich, wenn sowieso alles egal ist, dann macht es auch nichts, wenn der Layouter zweimal am Tatort rumsteht, was offenbar seinen unter Verdacht geratenen Fotografen-Kollegen zweimal nicht aufgefallen ist oder nicht weiter interessiert hat.

Angesichts dieser frappanten Fehlleistungen will man sich ja schon gar nicht mehr aufregen über das, was mir allerdings gleich schon zu Beginn, als ich noch nicht ahnen konnte, auf welches Fiasko wir zusteuern, die Laune verdorben hat: wieder einmal in Leipzig vollständig hölzerne Dialoge, die kein Mensch je sagen würde. Mutter rennt hysterisch zum Tatort: "Meine Tochter! Meine geliebte Tochter!" Saalfeld: "Sind Sie die Mutter?" So was gibt's gleich im Dutzend. Wieder einmal persönliche Verstrickung eines Ermittlers. Wieder einmal absurde Zufälle (Stativdeckel fällt gleich 2 x ab), um die krachende Handlung irgendwie weiterbetreiben zu können. Teils grotesk schlecht gespielte Szenen (die Redaktionskonferenz! Die auf ihren Mann plötzlich einprügelnde Ehefrau!). Das eh überstrapazierte "Wir pfeifen auf die Vorschriften" hier völlig unmotiviert und unnötig, die Situation war ja überhaupt nicht so, als hätte man es nicht auch regelkonform lösen können. Etwas so Ernstes wie das Missbrauchsthema wird nur kurz mal angesprochen, wird ausschließlich als kleine falsche Fährte missbraucht und schließlich gar nicht weiter aufgeklärt, so etwas finde ich fast schon obszön.

Ach, was für ein Elend. Lieblos zusammengeklatschte Stangenware sollte es werden, aber selbst dafür braucht man halt noch ein Minimum an Talent und Ehrgeiz, was beim MDR in Leipzig offenbar längst aufgegeben worden ist. Man verlässt sich da anscheinend nur noch auf so etwas wie eine moderne Fassade und das prominente Ermittlerpaar. Nein, für diesen Schrott hätte sich jeder Cobra-11-Verantwortliche vor Scham in den Keller verkrochen.

0,5 Punkte, und auch die nur und ausschließlich für Keppler himself, von einem höchst verärgerten:
Knipperdolling


Mi 28. Mär 2012, 09:35
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Registriert: Di 8. Nov 2011, 00:17
Beiträge: 417
Beitrag Re: 824: Todesbilder
Habe es mir nochmal überlegt und bewerte die Folge nun mit 7,5 Punkten.
Finde sie zwar immer noch gut, aber Knipperdolling hat zurecht auf ein paar Schwächen hingewiesen.
Kohli77

_________________
Es grüßt
- Der Kohli -

Meine 180. Tatort-Wertung: "189: Die Macht des Schicksals" mit Kriminalkommissar Lenz.


So 1. Apr 2012, 16:38
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