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(Tat)ortimOsten
Registriert: Mo 29. Dez 2008, 22:32 Beiträge: 1331
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 780: Unsterblich schön
BR (Stern.) Fernsehfilm Deutschland 2010 / Dolby Digital / Videotext / High Definition Erstsendung: 21. November 2010 Personen:Kriminalhauptkommissar Ivo Batic - Miroslav Nemec Kriminalhauptkommissar Franz Leitmayr - Udo Wachtveitl Rita Schiller - Gudrun Landgrebe Andreas Lutz - Robert Atzorn Dorothea Jahn - Victoria Trauttmansdorff Konstanze Schiller - Tatjana Alexander Jürgen Jahn - Peter Davor Franzi Jahn - Annika Preil Carla - Cornelia Corba Brigitte - Isabella Hübner Sandra - Kathrin Höhne Svea - Tanja Kuntze und andere Musik: José van der Schoot Kamera: Paul Kyrlidis Buch: Stefanie Kremser Regie: Filippos Tsitos Konstanze Schiller, die erfolgreiche und begehrenswerte Besitzerin eines Münchener Spas, wird tot in einem Schokoladenbad aufgefunden - ein nahezu perfekter Mord, der nicht an Symbolik spart: Eine Schöne stirbt während eines Schönheitsbades im eigenen Schönheitstempel ... ein Opfer ihres Hochmuts? Die Münchener Hauptkommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr stellen schnell fest, dass auch die Familie der Toten sich ganz dem Schönheitskult widmet: Für Mutter Rita Schiller ist Schönsein schlicht das Maß aller Dinge - und Konstanze dessen Verkörperung. Dem Ehemann und Männermodel Andreas Lutz bedeuten Attraktivität und Jugendlichkeit nicht weniger als die Existenz. Und für die ewig zu kurz gekommene Schwester Dorothea Jahn, ist Schönheit ein Ziel, das sie bitter verfolgt. Mit viel psychologischem Gespür bringen Batic und Leitmayr Stück für Stück die Fassade einer zerrütteten Familie zum Bröckeln, die den Wert eines Menschen an dessen Aussehen misst. Dabei versuchen die Kommissare es mit grimmigem Humor zu nehmen, dass eine jugendliche Erscheinung offensichtlich das neue Muss in unserer Gesellschaft geworden ist - bis sie herausfinden, welch tragische Konsequenzen das haben kann. Redaktion: Claudia Simionsescu Unsterblich schön - Die Daten zum FilmKlebriges Kammerspiel - Rupert Sommer über den neuen TATORT aus MünchenZur Auswertungsseite in der Rangliste
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| Fr 29. Okt 2010, 16:39 |
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GuentherHetzer
Registriert: So 28. Mär 2010, 19:22 Beiträge: 74
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 Re: 780: Unsterblich schön
Also ich fand das Tempo ein bisschen arg gedrosselt und Robert Atzorn ist halt einfach kein guter Schauspieler; mit fast immer gleichem Gesichtsausdruck stolpert er durch die Geschichte, garniert mit dem hölzernem Vortrag seines Textes (am schlimmsten und unglaubwürdigsten dabei sein Geheule kurz vor Schluss, oh Mann. Die einzige Rolle, die ich ihm je abgenommen habe war die des lüsternen Dr. Specht). Wesentlich besser der Ehemann der Schwester und das Nutella-Brot-futternde Töchterlein. Mir fehlte diesmal die sonst übliche Frozzelei zwischen den Kommissaren. Beide liefen die meiste Zeit mit einer Leichenbittermiene durch die Gegend, als wäre gerade der Carlo gestorben. Aber äußerst scharfe (reife) Hasen in der (witzigen) Szene auf dem Revier und Frau Tuberkel war auch sehr hübsch anzuesehen. Ansonsten: 08/15-Dreiecks-Drama mit Übermutti-Topping (hallo Queen-Charles-Diana-Camilla) und wenig originellen Dialogen oder sonstigen Einfällen/Wendungen. Und ein äußerst lahmer Schluss. Geguckt und fast schon wieder vergessen. Schade, München war doch sonst immer eine sichere Bank. Fällt den Drehbuchautoren nichts mehr ein?
4/10
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| So 21. Nov 2010, 21:43 |
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marlowe
Registriert: Di 17. Mär 2009, 20:24 Beiträge: 118
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 Re: 780: Unsterblich schön
Sehr schön gefilmter, fantasievoller, absurder und trotzdem plausibel erzählter Tatort. Auf einen Mord im Schokoladenbad durch Erdnüsse zu Johnny Cash muß man auch erstmal kommen. Herausragend die Trautmannsdorff, immer noch gut Opfer, Mutter und Ehemann/Liebhaber. Atzorn gefiel mir gerade im finalen Einzelverhör sehr gut - wie über 5 min langsam das souveräne Lächeln verschwindet, wiederkommt, dann endgültig weg ist - das Weinen überzeugte dann leider in der Tat nicht mehr. Kleiner Abzug für die unplausible Affäre - der schlappe Schwager war zwar jünger, im Übrigen aber doch eher zum Davonlaufen und konnte dem Opfer nun wirklich nicht das Wasser reichen - und nicht gerade frauenfreundliche Schönheitswahnklischees. Unterm Strich zwar wieder sehr skurril, aber heute fast immer diesseits der Grenze und daher 9 Punkte.
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| So 21. Nov 2010, 21:56 |
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Matze
Registriert: Di 5. Apr 2005, 20:44 Beiträge: 393 Wohnort: Ulm
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 Re: 780: Unsterblich schön
Ich fand ihn jetzt auch nicht herausragend, aber doch gute Unterhaltung. Insbesondere als Kammerspiel funktioniert er sehr gut. Beeindruckend wie viel man einfach nur mit Verhörszenen in einem Krimi machen kann. Da wurde ja 90 Minuten lang fast nur verhört.
Robert Atzorn fand ich ganz gut.
Aber insgesamt nicht so gut, wie der letzte Beitrag aus München. Irgendwas zwischen 6 und 7 Punkten.
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| So 21. Nov 2010, 21:59 |
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Torch
Registriert: So 29. Mär 2009, 21:46 Beiträge: 43
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 Re: 780: Unsterblich schön
Das war in der Tat nicht die gewohnte Münchner Qualität. Man konnte man vielen Stellen sehen, wie es gedacht und gemeint war -- als bitterböses Stück über maßlos übersteigenden Jugend- und Schönheitswahn.
Leider zündete das ganze nicht. Atzorn hatte daran einen großen Anteil, er war zu beinahe keinem Zeitpunkt in der Lage seine differenzierte Rolle auszufüllen.
Auch die Ermittler waren ungewohnt blass.
Das niedrige Erzähltempo hat der Folge leider nicht geholfen, auch wenn ich diese prinzipiell begrüßen würde.
Letztlich fand ich die Mordmethode zwar ungewöhnlich aber auch zu unglaubwürdig und zu gewollt.
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| So 21. Nov 2010, 21:59 |
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marlowe
Registriert: Di 17. Mär 2009, 20:24 Beiträge: 118
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 Re: 780: Unsterblich schön
Ach PS: mir gefiel auch sehr gut die Idee, die Zeugenaussagen als Rückblende zu erzählen (und als Höhepunkt Dr Specht anschließend sagen zu lassen: so haben Sie sich das vorgestellt, oder?). Also an originellen Einfällen mangelte es heute m.E. ganz und gar nicht.
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| So 21. Nov 2010, 22:00 |
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Roter Affe
Registriert: Mi 16. Jul 2008, 12:15 Beiträge: 310
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 Re: 780: Unsterblich schön
Guten abend.
Ich habe mich bis zum Auftauchen des Fotos von der Schwester und dem Witwer sehr gut unterhalten gefühlt, auch wenn Ivo mal Freundin statt Frau sagte. Aber das Foto stellt doch die Geschichte mit dem Altersunterschied in Frage, da sehen die beiden doch einigermaßen gleich jung aus und nun ist er 20 Jahre älter als die andere Tochter? Dann kam noch die Dauer der Ehe dazu 12 Jahre! Also zwischen diesem schwarzweiß Foto und der Tat liegen 12 Jahre + etwas Vorlaufzeit?? Wie alt war den der Nutellateenie, die dürfte ja dann auch nur so um die 12 Jahre als sein, sah aber älter aus. Mit solchen Patzern ruscht diese Folge auf Durchnittsniveau ab. 5/10
_________________ Grüßla aus dem Tatortfreien Franken
Der rote Affe
"Ich habe trotzdem AFN verstanden!" & "Leichenstau bei der Leichenschau!"
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| So 21. Nov 2010, 22:03 |
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gagara
Registriert: So 18. Jan 2009, 23:30 Beiträge: 26
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 Re: 780: Unsterblich schön
Sehr putzige Folge, zu der ich meine Eindrücke stichpunktartig zusammenfasse:
- Aus dem Kriminalfall und den zugehörigen Ermittlungen bin ich nach einer Viertelstunde ausgestiegen, er hat mich schlicht nicht interessiert. Das liegt wohl daran, daß oberflächliche Menschen offenbar ausschließlich uninteressante Probleme haben.
- Auch die Kommissare schienen ziemlich desinteressiert an dem Fall und all den uninteressanten Figuren.
- Auch ohne nenneswerte Frotzeleien empfand ich den Charakter der Kommissare als altes Ehepaar heute besonders deutlich, was mir gut gefallen hat.
- Die Inszenierung des Films war grandios, hier stimmte wirklich jedes Detail, jeder bekloppt designte Schauplatz, jede Kameraeinstellung, jede Geste, viele tolle Einzelszenen, wie die mit den vier verblühten Grazien.
- Eine Paraderolle für Robert Atzorn, der eine großartige schauspielerische Leistung geboten hat. Was für eine Vielfalt an mimischen Nuancen; und in der Schminkszene ließ er sein Gesicht uralt aussehen. Das Geweine am Ende fand ich überzeugend. So gehörten die Szenen mit Atzorn und den beiden Kommissaren auch zu den besten des Films.
- Wundervoll, wie unsagbar dämlich die Trautmannsdorff grinsen kann.
- "Das güldene Anzüglein" war doch ein besonderes Highlight. Ebenso: "Jetzt nehme ich eine Champagnerpraline und steige in mein Schokoladenbad."
- Die Musik der Sterbeszene am Ende war ausgesprochen passend.
- Was ich heute für tolle neue Vokabeln gelernt habe: Spa, Botox...
- Diesem Film ist es gelungen, alle (erwachsenen) Frauen ungefähr gleich alt aussehen zu lassen – wer die Mutter der Toten war, habe ich erst kurz vor Schluß kapiert.
- Die einzige Figur, die nicht vollkommen unsympathisch war, war das Töchterlein, ob mit oder ohne Nutella.
In diesem Sinne grüßt amüsiert gagara.
Zuletzt geändert von gagara am So 21. Nov 2010, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
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| So 21. Nov 2010, 22:11 |
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SpuSi
Registriert: So 19. Apr 2009, 18:43 Beiträge: 76 Wohnort: Südhessen
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 Re: 780: Unsterblich schön
Von der ganzen Machart kam mir dieser Tatort wie eine Derrick-Reminiszenz vor. Das fand ich mal sehr sympathisch. Und ganz Derrick-like kam es auch zu der einen oder anderen Länge, die für mich auch aus dem Bemühen herrührte, das übergeordnete Beauty-Jugendwahn-Thema am Köcheln zu halten.
Insgesamt aber ganz unterhaltsam, kein verwickelter Kommissar, kein Hund, kein einziger Schuss und keine Verfolgungsjagd. Trotzdem Krimi.
7 von 10.
_________________ **In der Rangliste votiere ich unter dem Nick "Halmackenreuther"**
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| So 21. Nov 2010, 22:16 |
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Elder Statesman
Registriert: Sa 22. Aug 2009, 09:15 Beiträge: 336
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 Re: 780: Unsterblich schön
Themenwahl, Autorin/Regie und Besetzung ließen auch einen richtig schönen gesellschaftskritischen München-Tatort hoffen, auf so einen wie früher, spritzig und mit einem Schuss Satire. Hatte ich zuviel erwartet? Ist bei den Münchnern nicht doch langsam die Luft raus? Oder haben sich die verantwortlichen in ihrem Anspruch, alles ganz anders zu machen, verzettelt? Ich weiß nicht. Fest steht nur, dass auch diese Folge nur Mittelmaß war.
Den Stoff hätte man locker in 60 Minuten erzählen können, man hat ihn künstlich auf 90 aufgepumpt - leider unter Zuhilfenahme von Anti-Spannungs-Spritzen. Die machten lethargisch und sorgten stellenweise für gepflegte Langeweile, dabei hätte der Spannungsbogen im letzten Drittel eine ordentliche Straffung vertragen. Ruhig hätte man auch etwas dicker auftragen, sprich überzeichnen können. Denn eine Dosis Grelles oder Gewagtes hat schon vielen Münchner Tatorten von "Frau Bu" bis "Wenn Frauen Austern essen" gut zu Gesicht gestanden.
Stattdessen setzte die Regie auf Entschlackung. Es ist ja ehrenwert, wenn Tatorte nicht mit zig Verdächtigen, Handlungssträngen und Bezügen auf nebulöse Vorgeschichten überfrachtet werden. Kammerspiel? Warum nicht! Aber hier hatte man schon das Gefühl, dass zu wenig passiert. Batic und Leitmayr waren sehr zurückhaltend, zu selten zeigten sie Biss und Witz, und ein paar von den ermüdenden Rückblenden hätte man sich auch sparen können. Vieles blieb Fassade und an der Oberfläche. Am überzeugendsten war noch der Post-Castorff-Atzorn, dieser alternde Schönling: Dem habe ich die tragische Figur abgenommen.
Leider nur 5 bis 6 Punkte.
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| So 21. Nov 2010, 22:28 |
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